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Wann bin ich bereit genug? Warum wir warten — und was wirklich hilft

„Ich fühle mich noch nicht bereit."

„Ich brauche noch eine Fortbildung."

„Wenn ich X habe, fange ich an."


Kennst du diese Stimme?

Ich kenne sie. Und ich höre sie immer wieder, von Frauen, die tolle Ideen haben, die loslegen wollen, und trotzdem hängen bleiben. Nicht aus Faulheit. Nicht aus fehlende Motivation. Sondern weil das Gefühl, bereit zu sein, einfach nicht kommen will.


Die Frage, die mich beschäftigt: Werden wir uns jemals 100 % bereit fühlen?


Meine ehrliche Antwort: Nein. Wahrscheinlich nicht.

Aber ich glaube, das ist nicht das eigentliche Problem.


Die Präsentation, auf die ich mich nie bereit gefühlt habe

Ich war einen Monat im neuen Job, und musste eine Fachpräsentation live per Videoübertragung vor hunderten Zuschauern halten.

Bereit gefühlt? Das wäre eine Lüge.


Ich habe recherchiert, mich eingelesen, tausend Mal vor der Handykamera geübt. Nicht um alles auswendig zu lernen, sondern um mich sicherer zu fühlen, um verschiedene Varianten durchzuspielen, um mit dem Inhalt vertraut zu werden.

Das Feedback danach? Überraschend gut.


Und als ich im Nachhinein darüber nachgedacht habe, wurde mir etwas klar: Das war kein Einzelfall. Fast jede wichtige Entwicklung in meinem Leben begann so: halb gezwungen, noch nicht bereit, trotzdem rein. Und genau dann, im Prozess, nicht vorher, hat sich das Gefühl von Bereitschaft aufgebaut.

Nicht vor der Aufgabe. Sondern durch sie.


Vertraue dem Prozess — aber was bedeutet das konkret?

In der Coaching-Ausbildung wurde uns immer gesagt: Vertraue dem Prozess.

Klingt nach einer Floskel. Im Nachhinein sehe ich: ist wirklich so.


Ich erinnere mich an mein erstes Praxiswochenende. Ich dachte: Wie werde ich das jemals können? Ich fühlte mich überfordert, klein, weit weg vom Ziel.


Mein Selbstzweifel war in der Zeit sehr laut. Besonders nach Übungssitzungen, die nicht so gut gelaufen sind.

In einem schwierigen Moment hat mir mein Mann gesagt: „Du weißt immer ganz genau, wie du deinen Selbstzweifel nutzt."


Ich verstand sofort, was er meinte. Denn die Momente von starkem Selbstzweifel, waren auch immer die Momente, wo ich aktiver geworden war. Mein Selbstzweifel ist da, nicht um mich klein zu halten, er möchte mich lediglich darauf hinweisen, woran ich noch arbeiten soll, um dahin zukommen, wo ich möchte.


Ich habe dann auf verschiedenen Plattformen Anzeigen geschaltet: kostenlose Übungscoachings für Menschen, die bereit sind, an sich zu arbeiten, und für mich, um zu wachsen. Eine Minute nach der ersten Anzeige kamen bereits Anfragen. Ich musste eine Warteliste führen.


Und dann passierte etwas Stilles: Stück für Stück, Wochenende für Wochenende, Gespräch für Gespräch. Die Dinge fügten sich zusammen. Nicht spektakulär. Nicht von einem Tag auf den anderen. Aber sie fügten sich.


Über mehr als ein Jahr habe ich diese Übungssitzungen durchgeführt. Sie haben mehr zu meiner Entwicklung beigetragen als jedes Lehrbuch.

Der Zweifel hat mich nicht aufgehalten. Er hat mich in Bewegung gebracht.


Am Ende der Ausbildung hatte ich nicht nur ein Zertifikat. Ich hatte das Gefühl: Ich fühle mich wirklich wohl mit dieser Rolle.

Dieses Gefühl ist nicht vor dem Prozess entstanden. Es ist der Prozess.


Warum das Warten bei uns so tief sitzt

Ich glaube nicht, dass dieses Gefühl nur individueller Zweifel ist.

Für viele Frauen — besonders für die, die gelernt haben, sich anzupassen, nicht aufzufallen, bescheiden zu bleiben — ist das Warten auf den richtigen Moment keine Schwäche. Es ist eine erlernte Strategie.


Wer mit der Erwartung aufgewachsen ist, erst verdienen zu müssen, bevor man Raum einnimmt, wer gelernt hat, dass Sichtbarkeit Risiko bedeutet, wer immer wieder die Botschaft bekommen hat, noch nicht genug zu sein. Für sie ist das Warten nicht irrational. Es war lange sinnvoll.


Jahrelang war Unsichtbarkeit sicher. Wer sich nicht zu weit vorwagt, kann nicht scheitern. Wer noch wartet, muss sich nicht exponieren.


Das Problem: Diese Strategie schützt uns nicht mehr. Sie hält uns zurück.


Was wirklich hilft

Nicht ein besserer Plan. Nicht der perfekte Lebenslauf.

Was mich in Bewegung gebracht hat, war immer etwas Konkretes, das die Bewegung ein Stückchen erzwungen hat: ein Termin, eine Anzeige, eine Anfrage. Etwas, das groß genug war, das ein Deadline erzeugte und konkretes Handeln erfordert, um es weiter vor mir herzuschieben.


Wir müssen nicht bereit sein, um anzufangen. Wir fangen an, um uns in die Bereitschaft zu begehen. Sie entsteht im Prozess, in dem wir uns dahin bewegen.

Und manchmal ist das Warten kein Zeichen fehlender Kompetenz. Es ist eine alte Schutzstrategie, die wir irgendwann nicht mehr brauchen.


Wenn du weißt, dass du anfangen willst, aber der Selbstzweifel immer wieder dazwischenkommt:

Ich habe einen Guide zusammengestellt, der dir hilft, genau diesen Moment zu überbrücken. Nicht mit Motivationssprüchen, sondern mit konkreten Impulsen und Übungen, die ich selbst genutzt habe.


Du kannst ihn dir hier kostenlos herunterladen.


Eine Frage zum Schluss

Worauf wartest du gerade? Was steht bei dir auf der Liste der Dinge, die du anfängst, wenn du bereit bist?

Schreib es in die Kommentare, oder schick mir eine Nachricht. Ich bin neugierig auf deine Geschichte.

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