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Macht: neutral, feministisch und befreiend

Aktualisiert: 27. Feb.

„Macht“ ist ein Wort, das viele Frauen instinktiv ablehnen.

Wir verbinden es mit Dominanz, Kontrolle und Unterdrückung.


Doch diese Sichtweise greift zu kurz.


Martin Luther King Jr. hat Macht einmal definiert als:

„Power is the ability to achieve purpose and effect change.“

Macht ist die Fähigkeit, Ziele zu erreichen und Veränderungen zu bewirken.


Ich liebe diese Definition.

Denn sie macht sichtbar: Macht ist weder gut noch böse.

Sie ist Wirkung.


Warum wir Frauen* unsere Macht oft unterschätzen und unbewusst abgeben

Viele von uns geben unbewusst ihre Macht ungefragt ab.

Oder warten darauf, dass uns Macht zugestanden wird.

Andere nehmen sie und werden dafür kritisiert oder beschimpft.


All das kommt daher, dass wir gelernt haben, Menschen mit Macht mit negativen Eigenschaften zu assoziieren. Dass wir fürchten, wenn wir mächtig wären, würden wir auch so furchtbare Dinge anderen Menschen antun (müssen).


Doch diese negative Assoziation entsteht nicht durch Macht selbst, sondern durch Machtmissbrauch.


Die Wahrheit ist:

Strukturen existieren.

Aber wie wir unsere Macht innerhalb dieser Strukturen nutzen und stärken, liegt bei uns.


Denn es gibt mehr als nur die zerstörerische Form von Macht.


Die vier Arten von Macht

In der feministischen Bewegung wird Macht häufig in vier Formen unterschieden:


  1. Power over – die Macht über andere

    • Kontrolle, Dominanz, Hierarchie

    • Oft gefürchtet und häufig missverstanden

  2. Power under – eine subtile Form von Macht aus der scheinbaren Unterordnung

    • Internalisiert, destruktiv, oft unbewusst

    • Durch Rückzug, Anpassung oder moralische Überlegenheit

    • Entsteht aus Ohnmacht und kann zu selbstsabotierendem Verhalten führen

  3. Power with – gemeinsame Macht

    • Kooperation, Solidarität, kollektive Wirkung

    • Basiert auf gegenseitigem Respekt

  4. Power within – innere Stärke

    • Selbstermächtigung, Klarheit über die eigene Wirkung

    • Basis für nachhaltige Veränderung


💡Power with & Power within sind die Arten von Macht, die aufbauen, beflügeln und transformieren.


Empowerment und Macht

Der Begriff „Empowerment“ enthält bereits das Wort „Power“ – Macht.


Er beschreibt nicht das Ausüben von Kontrolle über andere, sondern die bewusste Aktivierung und Nutzung der eigenen Macht.


Echtes Empowerment beginnt genau dort, wo wir aufhören, uns vor unserer eigenen Wirkung zu fürchten.


Wenn du deine innere Stärke (Power within) und deine kooperative Macht (Power with) entfaltest, kannst du in deinem Leben und beruflichen Umfeld nachhaltig Wirkung erzielen.


Und wenn wir die Perspektive mal umdrehen:

Ist es denn nicht auch eine Art von Machtmissbrauch, wenn wir unsere Macht nicht nutzen?


Macht zwischen Kulturen

Für Frauen, die zwischen ost- und südostasiatischen sowie westlichen Wertesystemen aufgewachsen sind, ist das Thema Macht oft doppelt komplex.


In vielen kollektivistisch geprägten Kulturen werden Harmonie, Zurückhaltung und Respekt vor Hierarchien hoch geschätzt.

Im westlichen Business-Kontext hingegen gelten Sichtbarkeit, Durchsetzungsfähigkeit und Selbstpositionierung als Erfolgsfaktoren.


Zwischen diesen beiden Logiken entsteht ein innerer Konflikt:

Wie viel Raum darf ich einnehmen?

Wann bin ich klar genug – und wann gelte ich als zu direkt?

Wie bleibe ich verbunden mit meinen Wurzeln und gleichzeitig wirksam im System?


Dieser Konflikt ist kein Zeichen von Schwäche.

Er ist Ausdruck kultureller Intelligenz.


Doch wenn wir ihn nicht bewusst reflektieren, führt er oft dazu, dass wir unsere eigene Macht kleiner machen, als sie ist.


Wie gehst du mit deiner Macht um?

Was würde passieren, wenn du deine Wirkung bewusst einsetzt?


Wir können durch unsere Macht "Macht" in etwas Positives umwandeln – auch das liegt in unserer Macht.

Und je mehr von uns es bewusst tun, desto größer wird unsere kollektive Wirkung.


In meinem Coaching begleite ich Frauen dabei, ihre Power within zu stärken und ihre Power with bewusst zu nutzen, ohne sich verbiegen zu müssen.


Wenn du spürst, dass du ehrlich mit deinen eigenen Mustern auseinandersetzen und deine Wirkung entfalten möchtest, melde dich gerne bei mir.

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